Die Praktika in den Klassen 7-12 bilden in der Waldorfschule in langer Tradition eine Schnittstelle zwischen Schule und Lebenswirklichkeit.
Den Schülern soll hier die Möglichkeit gegeben werden, direkte Erfahrungen vor Ort sowie in der Begegnung mit Personen, die in dem jeweiligen Arbeitsprozess mit einem Großteil ihres Lebens stehen, zu machen.
Die Praktika beginnen mit dem Forst- und Landwirtschaftspraktikum, in denen die organischen Lebensgrundlagen in ihren zeitlichen Kreisläufen sowie in ihrer gegenseitigen Bedingtheit als ein Ganzes erfahren werden können.
Während das Forstwirtschaftpraktikum in der 7. Klasse innerhalb des Klassenverbandes stattfindet, absolvieren die Schüler das Landwirtschaftspraktikum sowie auch das Sozialpraktikum zumeist zu zweit (bisweilen auch allein oder zu dritt). So wird es möglich, dass die Schüler in den Hof- bzw. Lebensgemeinschaften mitleben können und als einzelne Personen den Arbeitsalltag relativ authentisch erfahren.
In den beiden Betriebspraktika haben die Schüler die Möglichkeit, Berufsfelder konkret kennen zu lernen. Zusätzlich zu dieser ersten Orientierung für die spätere Berufswahl gewinnen sie Einblicke über Arbeits- und Betriebsprozesse.
Das Sozialpraktikum bietet die Möglichkeit, in der Hilfe für den anderen Menschen das eigene Sein zu erfahren sowie sich mit den Kernfragen des Menschen, wie sie gerade in den Grenzbereichen in der „Behinderung“, Krankheit und dem Alter erfahrbar werden, auseinander zu setzen.